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7 Tipps zum Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Veröffentlicht von Franz Sauerstein am 22. April 2016
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Als Gründer müssen Sie einen „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ ausfüllen, unabhängig von der Branche,
in der Sie tätig sein möchten, und der Rechtsform Ihres Unternehmens. Erst dann erhalten Sie Ihre Steuernummer.

Das Ausfüllen dieses Fragebogens ist kein Hexenwerk. Allerdings sollten Sie dabei gründlich vorgehen, damit Sie nicht später eine böse Überraschung erleben. Schließlich versteht auch der Staat wenig Spaß, wenn es um Geld geht.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung richtig ausfüllen
In den folgenden Abschnitten geben wir Ihnen Tipps, wie Sie den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung richtig
ausfüllen und negative Konsequenzen vermeiden:



1) Wozu dient der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung?

2) Punkt 1: Allgemeine Angaben

3) Punkt 2: Angaben zur Tätigkeit

4) Punkt 3: Vorauszahlungen festsetzen

5) Punkte 4 und 5: Die Art der Gewinnermittlung

6) Punkt 6: Lohnsteuer

7) Punkt 7: Fragen rund um die Umsatzsteuer

8) Fragebogen abgeben und Steuernummer erhalten



Wozu dient der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung?

Schon sein Name verrät: Der vorrangige Zweck des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung is, Sie als Gründer beziehungsweise Ihr Unternehmen steuerlich einzuordnen. Dabei ist es ratsam, Umsätze und Gewinne möglichst realistisch einzuschätzen und den Fragebogen vollständig auszufüllen. Andernfalls müssen Sie mit Konsequenzen rechnen, zum Beispiel mit:

  • Verspäteter Erteilung der Steuernummer
  • Rückfragen vonseiten des Finanzamtes
  • Empfindlichen Nachzahlungen wegen zu geringer Vorauszahlungen

Den Fragebogen selbst bekommen Sie automatisch nach der Gewerbeanmeldung zugeschickt. Eine Ausnahme
gilt für Freiberufler. Diese müssen das Finanzamt selbst kontaktieren.



Punkt 1: Allgemeine Angaben

Der erste Absatz des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung beschäftigt sich mit allgemeinen Angaben zu Ihrer
Person und der geplanten Tätigkeit
. Dazu zählen auch Ihre Kontodaten. Geben Sie bei „Personenerstattungen“
am besten Ihre private Bankverbindung an und bei „Betriebserstattungen“ Ihr Geschäftskonto.

Außerdem ist es sinnvoll, sich für das Lastschriftverfahren anzumelden. So laufen Sie weniger Gefahr, Fristen zu
versäumen. Schließlich geben Sie in Punkt 1 Ihren steuerlichen Berater an – falls Sie einen haben.

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Wichtig: Vergessen Sie nicht, das Kästchen „Aufnahme einer gewerblichen, selbstständigen (freiberuflichen) […]
Tätigkeit" anzukreuzen.Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.


 

Punkt 2: Angaben zur Tätigkeit

Punkt 2 bezieht sich voll und ganz auf das zu gründende Unternehmen. Beachten Sie dabei

  • Unter 2.1. haben Sie die Möglichkeit, einen Firmennamen einzugeben. Ist ein solcher nicht vorhanden, tragen Sie stattdessen einfach Ihren Vor- und Zunamen ein.
  • Arbeiten Sie in den eigenen vier Wänden, ist Ihre Privatadresse auch die Adresse Ihres Unternehmens.
  • Falls es sich in Ihrem Fall nicht um eine Neugründung handelt, sondern zum Beispiel um eine Übernahme,
    machen Sie bei 2.6 die entsprechenden Angaben zum bisherigen Unternehmen.

Außerdem geben Sie in Punkt 2 an, ob Sie eine Eintragung im Handelsregister vornehmen lassen oder schon vorgenommen haben. Diese ist zum Beispiel für eine GmbH oder KG verpflichtend.


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Tipp: Falls Sie sich fragen, welche Rechtsform für Ihre Gründung am besten geeignet ist, helfen wir Ihnen gerne weiter. Lesen Sie zur Einstimmung unseren Logbucheintrag „Welche Rechtsform ist die richtige für mein Vorhaben?“ und kontaktieren Sie uns, falls Sie weiterführende Fragen haben.Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.



Punkt 3: Vorauszahlungen festsetzen

Für diesen Abschnitt im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung sollten Sie sich etwas mehr Zeit lassen. Hier geht es darum, Ihre zukünftigen Einnahmen und Gewinne richtig einzuschätzen. Die Höhe Ihrer Schätzungen ist ausschlaggebend für die Höhe der Vorauszahlungen, die Sie leisten müssen.

Viele Menschen stellen sich die Frage, ob es geschickter ist, tendenziell hohe oder niedrige Zahlen anzugeben.
Beides birgt ein Risiko:

  • Setzen Sie Ihre Einkünfte zu hoch an, können hohe Vorauszahlungen Sie während des laufenden Jahres in finanzielle Bedrängnis bringen.
  • Fallen Ihre Einkünfte dagegen wesentlich höher aus als vermutet, müssen Sie im folgenden Jahr hohe Nachzahlungen leisten.

Die beste Lösung für dieses Dilemma ist der berühmte Mittelweg. Behalten Sie Ihre Einkünfte ausserdem das Jahr
über im Auge und legen Sie rechtzeitig Geld für etwaige Nachzahlungen zurück.

Neben den zu erwartenden Einkünften aus Ihrer selbstständigen Arbeit haben auch andere Einnahmen Auswirkungen auf die Höhe der Vorauszahlungen. Sonderausgaben wie beispielsweise Kosten der Altersvorsorge spielen ebenfalls eine Rolle. Sie sind in §10 EStG genau definiert.



Punkte 4 und 5: Gewinnermittlung und Freistellungsbescheinigung

In den allermeisten Fällen steht bei der Gewinnermittlungsart die Entscheidung zwischen zwei Varianten im Vordergrund:

  • Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung: Sie kommt für kleinere gewerbliche Unternehmen ohne Handelsregistereintrag und mit einem Umsatz von weniger als 500.000 Euro und einem Gewinn von weniger als 50.000 Euro sowie für Freiberufler infrage.
  • Die Bilanzierung: Kaufleute und Unternehmen mit einem höheren Gewinn bzw. Umsatz (nicht jedoch
    Freiberufler) müssen verpflichtend eine Bilanz erstellen.

Wir raten allen kleineren Unternehmen dazu, eine Bilanzierung möglichst zu vermeiden. Der damit verbundene Aufwand macht in diesem Fall wenig Sinn.

Punkt 5 im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung betrifft ausschliesslich Selbstständige im Baugewerbe.



Punkt 6: Lohnsteuer

Der folgende Punkt behandelt die Lohnsteuer. Diese wird dann fällig, wenn Sie mindestens einen Angestellten haben oder Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft sind (dieser zählt ebenfalls als „Angestellter“). Wann sie jeweils gezahlt werden muss, hängt von ihrer Höhe ab.

  • Über 4000 Euro: monatlich
  • 1080 Euro bis 4000: vierteljährlich
  • Weniger als 1080 Euro: jährlich


 

Punkt 7: Fragen rund um die Umsatzsteuer

Punkt 7 befasst sich mit der Umsatzsteuer. Je nach den zu erwartenden Einnahmen besteht für Sie die Möglichkeit,
die sogenannte Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen. Und zwar dann, wenn Sie:

  • im ersten Jahr Ihrer Tätigkeit nicht mehr als 17.500 Euro verdienen
  • und im darauffolgenden Jahr nicht mehr als 50.000 Euro.

Als Kleinunternehmer müssen Sie keine Umsatzsteuer abführen. Allerdings dürfen Sie auch keine Vorsteuer abziehen. Ob das für Sie sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Ebenfalls zentral ist die Frage nach der Art der Besteuerung. Die Ist-Versteuerung hat gegenüber der Soll-Versteuerung den Vorteil, dass Sie Umsatzsteuer erst dann zahlen müssen, wenn Ihr Kunde Sie gezahlt hat. Das wirkt sich vor allem bei Kunden mit einer schlechten Zahlungsmoral positiv auf Ihre Liquidität aus. Allerdings müssen dafür einige Voraussetzungen erfüllt werden.

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer benötigen Sie für Geschäfte im Ausland. Setzen Sie hier im Zweifelsfall ein Häkchen, bevor Ihnen später einmal Nachteile entstehen. Schließlich gibt es die Nummer umsonst.

Punkt 8 ist nur relevant für Sie, wenn Sie an einer Personengesellschaft beteiligt sind, also beispielsweise einer GbR.

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Tipp:
 Mehr zur Kleinunternehmerregelung erfahren Sie im Artikel „Kleinunternehmerregelung – die 7 häufigsten Fragen“.
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Fragebogen abgeben und Steuernummer erhalten

Sie haben den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vollständig ausgefüllt? Dann müssen Sie nur noch etwaige Anlagen berücksichtigen und können das Dokument dann bei Ihrem Finanzamt abgeben, persönlich oder per Post.

 Einige Wochen später erhalten Sie Ihre Steuernummer. Dann steht Ihrer unternehmerischen Tätigkeit nichts mehr im Weg. 

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Empfehlung: Eine Gründung ist mit vielen Fragen und Herausforderungen verbunden. Wir helfen Ihnen bei allen Fragen gern weiter. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir freuen uns auf Sie!Gründerschiff - Leinen los. Zukunft in Sicht.

Ausfüllhilfe zum Fragebogen für die steuerliche Erfassung

 


  

Themen: Start, Wissen, Selbstständigkeit, Kleinunternehmerregelung, Kleingewerbe, Rechtsform, Steuer, Businessplan